STADT, das ist mehr als die alt-neuen Fassaden, die ihren touristischen Wert steigern, mehr als die Kulturhighlights für das Städteranking, mehr als nur die Wohnungen, in denen teuer geschlafen wird.

STADT, das sind vor allem die Menschen, die sie gestalten, sich um sie sorgen und in ihr Solidarität praktizieren. Diese Form gesellschaftlicher Auseinandersetzung wird heute immer wichtiger, je unklarer wird, was eine Gesellschaft jenseits von Kapitalismus, Rassismus, Patriarchat und Nationalismus zusammenhalten soll.

In Frankfurt gibt es ein lebendiges kulturelles Leben, zahlreiche Gruppen, die Gesellschaft neu erproben und soziale Aufgaben übernehmen. Aber in Frankfurt, wo Kultur oft genug dazu dient Gentrifzierung voranzutreiben und Raum zuerst ein Spekulationsobjekt ist, fehlen RÄUME jenseits des Verwertungszwangs, in denen sich dieses Miteinander entfalten kann.

Ein solcher Freiraum ist das Studierendenhaus mit seiner besonderen Geschichte. Das OFFENE HAUS DER KULTUREN will diese Tradition weiterentwickeln und dabei neue Aufgaben übernehmen.

VIELFALT - Das OFFENE HAUS DER KULTUREN wird wie bisher ein Ort sein, an dem soziale, politische Akteure und Künstler*innen verschiedener Disziplinen sowie Menschen verschiedener Herkunft und Milieus zus ammenkommen und s i ch aus t aus chen. Es ist Proberaum, Ausstellung, Atelier, Büro, Café, Schule, Versammlungssaal, Kindergarten, Club, Garten, Wohnen, Rückzugsort und Bühne, freie Universität, Kino und vieles mehr. Auf dem zukünftigen Kulturcampus gelegen, wird es Vermittlungsort, Haus der freien Kunstszene der Stadt, Ort politischen Lebens und des kulturellen Austauschs.

OFFENHEIT - Offen soll das Haus sein im Sinne der geistigen Haltung seiner Nutzer*innen. DAS OFFENE HAUS DER KULTUREN steht besonders Menschen Gruppen und Initiativen offen, die aus ökonomischen Gründen, aus Gründen der Herkunft, der Klasse, der Sexualität, des Genders, wegen ihres kritischen Charakters oder ihrer Bedürfnislagen woanders weniger Platz haben. Der Zugang soll niedrigschwellig und barrierefrei sein.

LEBENDIGE AUSEINANDERSETZUNG - Das OFFENE HAUS DER KULTUREN ist Ort streitbaren gesellschaftlichen Denkens und Handelns und steht im offenen Austausch mit der Stadt. In Theater, Ausstellung, Diskurs, in Theoriebildung, politischer Arbeit und tätiger Solidarität wird von den Nutzer*innen neuverhandelt, was politischer und künstlerischer Ausdruck einer sich stark wandelnden (Stadt-)Gesellschaft, auf einem sich rasch verändernden Planeten sein kann.

MITGESTALTUNG - Das OFFENE HAUS DER KULTUREN lädt zu Mitgestaltung und zur Eigeninitiative ein. Dem Warencharakter von Kultur soll begegnet werden, indem nicht von vorneherein in Produzent*innen und Konsument*innen, Expert*innen und Laien unterschieden wird.

SELBSTORGANISATION - Dafür ist wichtig, dass das OFFENE HAUS DER KULTUREN die Tradition der Selbstorganisation fortführt. Es wird von denjenigen, die im Haus aktiv und bereit sind, sich auf eine kollektive und solidarische Verbindlichkeit einzulassen, basisdemokratisch und in Sorge um die Umwelt verwaltet und wird so zum Labor radikal demokratischer Gesellschaft.

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Im Studierendenhaus wurden die Ideen der Frankfurter Schule diskutiert und bis heute ist es Zentrum politischen Lebens in der Stadt. Es wurde, – laut Max Horkheimer – gebaut, damit die “akademische Jugend (…) freiwillige Hingabe an soziale, kunstlerische, sportliche Tatigkeiten, Liebe zum Denken und Forschen, zum Diskutieren, zur kreativen Muße - kurz: den Geist der realen und tatigen Demokratie praktiziert.”

Mit dem OFFENEN HAUS DER KULTUREN tritt das Studierendenhaus in seine Zeit nach dem Studium ein – und wird zum Studienort für die ganze Stadtgesellschaft.

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